Pleuraergüße sind zu 13% maligner Ursache, davon 75% Malignome der Lunge, Brust und Lymphome. 10-24 % aller Patienten mit einem Bronchialkarzinom entwickeln im Laufe der Erkrankung einen malignen Erguß.
Differentialdiagnostisch ist immer auch an folgende Ursachen zu denken: Tbc, Pneumonie, Rechtsherzinsuffzienz, Perikardtamponade; Hypalbuminämie (z.B. bei Leberzirrhose, nephrotischem Syndrom), subphrenischer Abszeß (Fieber, Zwerchfellhochstand), Pankreatitis (Erguß li., 15 % der Pat. mit akuter Pankreatitis).
Therapeutische Punktion (z.B. mit Bülau-Drainage) bei Dyspnoe und Ergussmenge > 1000 ml. Je nach Konstitution des Patienten sollten zu Beginn pro Sitzung nicht mehr als 1.000-1.500 ml abgelassen werden. Bei rezidivierenden Pleuraergüssen Thoraxsaugdrainage über großlumigen Drainagekatheter über 3-6 Tage. Bei nichttherapierbarer Grunderkrankung wie dem Bronchialkarzinom zusätzlich medikamentöse Pleurodese:
Indikation. Die medikamentöse Pleurodese ist ein palliativer Therapieansatz. Dyspnoe ist das häufigste Symptom eines malignen Pleuraergusses. Ziel der Pleurodese ist, diese zu beheben oder zu mildern. Außerdem sollen Husten, thorakale Schmerzen und Tachypnoe gelindert werden.
Prinzipiell gibt es drei verschiedene Wirkmechanismen:
Die Erfolgsraten nach 1 Monat liegen mit Bleomycin und Mitoxantron bei 73-80%, mit Tetracyklin bei 73% und mit Talkum bei über 90%. Insbesondere bei der thorakoskopisch durchgeführten Talkumpuderpleurodese liegt die Rezidivfreiheit nach 12 Monaten bei über 85%, bei den zytostatischen Medikamenten hingegen nur bei 50-80%. Der Pleurodeseerfolg ist von verschiedenen Faktoren, wie dem pH-Wert des Ergusses, der Ausdehnungsfähigkeit der Lunge, der Ergußproduktion und der Grunderkrankung abhängig.
Kontraindikationen. Gerinnungsstörungen
Komplikationen
Medikamentöse Pleurodese
Talkum, Bleomycin, Tetracyclin, Doxycyclin sing gängige Medikamente der Pleurodese. Am effektivsten ist die Talkuminstillation, die eine Entzündungsreaktion auslöst und damit zu einer Verklebung der Pleurablätter führt. Talkum ist ein natürliches Mineral (Magnesiumsilikat), welches heute industriell steril und asbestfrei ohne Verunreinigungen hergestellt wird. Die Nebenwirkungen der zytostatischen Medikamente sind ebenfalls gering, da sie ohne systemische Wirkung intrapleural verbleiben. Bei geringerem Erfolg und insbesondere Langzeiterfolg sind die Kosten allerdings um ein Vielfaches höher. Grundsätzlich gibt es zwei Methoden der Talkuminstillation: Gabe über einen Pleurakatheter oder alternativ thoraskopisches Pudern.
Vorgehen
Nebenwirkungen
Die Talkumpleurodese, bietet den bestmöglichen Erfolg und stellt weiterhin die kostengünstigste Alternative dar. Die Puderpleurodese erbringt eine Reduktion der Nebenwirkungen, da bei gleichem Erfolg weniger Substanz eingesetzt werden kann, und da sich bei gleichmäßiger Benetzung der Pleura weniger Kammern bilden und die Gefahr der Empyembildung sinkt. Unter diesen Voraussetzungen sind die Nebenwirkungen wie Schmerzen, Fieber, Empyembildung und Lungenfunktionsstörung gut beherrschbar.
Da die Puderpleurodese mittels Thorakoskopie durchgeführt wird ist eine Narkose notwendig, so daß dieses Verfahren einen deutlichen personellen, sowie finanziellen Mehraufwand bedeutet.
»Talc - Rationale and Use in Malignant Pleural Effusions« - Überischtsartikel über medikamentöse Pleurodese
http://www.moffitt.usf.edu/pubs/ccj/v4n2/pharma.html
Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen
Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.
Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...