Tumormarker sind von Neoplasmen gebildete oder induzierte Stoffe, die in normal ausdifferenziertem Gewebe nicht oder nur in geringem Ausmaß vorkommen, z.B. onkofetale Antigene, tumorassoziierte Antigene, Hormone, Enzyme, Serumproteine. Tumormarker sind bis auf wenige Ausnahmen zur Primärdiagnostik, zum Screening und auch zur Prognoseeinschätzung selten geeignet. Hauptindikation ist die Kontrolle der Wirksamkeit einer Therapie und somit Verlaufskontrolle nach Operation bzw. unter Radio-, Chemo- oder Hormontherapie maligner Tumoren. Manchmal weisen sie früher als andere diagnostische Verfahren auf Rezidive hin.
Markerwerte werden auch durch andere nicht maligne Ursachen wie z.B. Rauchen (CEA, TPA), Schwangerschaft (AP, HCG), Katabolismus, entzündliche oder toxische Erkrankungen beeinflußt. Desweiteren können Marker-Normwerte je nach Labormethode differieren, weshalb man Werte möglichst stets im gleichen Labor bestimmen lassen sollte. Auch beim Bronchialkarzinom sind Tumormarker nicht zur Primärdiagnostik und zum Screening indiziert. Ihre Bedeutung liegt jedoch in der Einengung des möglichen histologischen Typs, der Definition des Ausmaßes der Erkrankung sowie der Therapie-Überwachung und Hinweisen auf ein Rezidiv oder Metastasen. Verglichen mit den hohen Kosten ist der Aussagewert der Tumormarkerbestimmung häufig gering.
Von Bedeutung sind beim Bronchialkarzinom der Zytokeratinmarker Cytokeratinfragment CYFRA 21-1 (Erhöhung v.a. bei Plattenepithelkarzinom), die neuronenspezifische Enolase NSE (Erhöhung v.a. bei kleinzelligem Bronchialkarzinom) und das carcinoembryonale Antigen CEA (Erhöhung wenig zellspezifisch).
ACTH, ADH, Calcitonin, TPA (Tissue polypeptide antigen), LDH
Antikörper | Verwendung bei Verdacht auf |
AFP | Hepatozelluäres Ca, embryonales Ca |
BER-EP 4 | Mesotheliom neg. (DD Karzinom) |
Calcitonin | medulläres Schiiddrüsen-Ca |
Calretinin | Mesotheliom |
CD1a | Histiozytosis X (> 9 %), Langhans-Zellen |
CD3 | T-Zellen (DD Lymphome) |
CD15 | M. Hodgkin |
CD19 | B-Zellen < DD Lymphome) |
CD20 | B-Zellen (DD Lymphome) |
CEA | Adeno-Ca |
Chromogranin | Neuroendokrine Ca |
Cytokreatin | Thymom, Mesotheliom, hellzelliges Nierenzell-Ca, |
CMV | CMV |
Desmin | Sarkome (Muskulatur) |
EMA | Adeno-Karzinom (epithelialer Marker) |
Faktor VIII | Sarkome (Gefäße) |
HBME1 | Mesotheliom |
HCG | Keimzelltumore |
HMB45 | Melanom |
Kappa | DD Lymphome |
Ki1 (CD30) | DD großzellige Lymphome |
Lambda | DD Lymphome |
LCA | DD unreifer solider Tumore |
N-CAM | Neuroendokrine Ca |
Östrogen | Mamma-Ca |
Progesteron | Mamma-Ca |
PSA | Prostata-Ca |
S100 | Neurinom, Histiozytosis X, Melanom |
Synaptophysin | Neuroendokrine Ca |
Thyreoglobulin | Schilddrüsen-Ca |
Vimentin | Mesotheliom, Riesenzell-Ca der Lunge, |
Röntgen Thorax - Kleinzelliges Bronchialkarzinom, Stadium T3 im rechten Oberlappen
Bei radiologischem Tumorverdacht kann in ca. 70% der Fälle bronchoskopisch ein Tumor histologisch gesichert werden.
Neben den beiden im letzten Jahr neu zugelassenen Substanzen zur Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms Erlotinib – Tarceva® und Pemetrexed ...